Die antike Felsstadt Petra – das ist der heilige Ort der Nabatäer inmitten der wildromantischen Bergwelt Edoms, der von jeher die Besucher in seinen Bann gezogen hat. Die Bewohner waren in den beiden Jahrhunderten um Christi Geburt durch den Weihrauchhandel zu unermeßlichem Reichtum gekommen. Unter der volksnahen Herrschaft der großen Scheichs, die nach griechischem Vorbild den Königstitel trugen, schlug sich dieser Wohlstand u.a. in den Fassaden der in den zerklüfteten Sandsteinfelsen geschlagenen Gräber nieder. Hier vermischen sich hellenistisch-alexandrinische mit altorentalischen Bau- und Schmuckformen: Ausdruck einer Akkulturation, welche die Gratwanderung zwischen traditionell beduinischer Mentalität und luxusbetonter Lebensform der römischen Hegemonialmacht widerspiegelt.